Seit diesem Semester unterrichtet Alexandra Abatzis das Modul «Personalführung und Leadership» an der HFW Schaffhausen. Im Verlauf ihrer Karriere standen stets Menschen, Teams und Organisationen im Vordergrund. Was ihrer Meinung nach gute Führung ausmacht und wie die eigene Führungsstärke verbessert werden kann, erfahrt ihr im Interview.
Wie sieht dein beruflicher Werdegang aus?
Ich habe Betriebswirtschaft studiert und während meiner gesamten Karriere zur Entwicklung von Menschen, Teams und Organisationen beigetragen. Nach über 26 Jahren bei Georg Fischer, zuletzt als Head of Learning & Development, habe ich 2026 den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und meine eigene Firma gegründet. Heute begleite ich Unternehmen in den Bereichen Leadership, Team- und Organisationsentwicklung; unter www.abatzisdevelopment.ch gibt es mehr Informationen hierzu.
Was motiviert dich dazu, als Dozentin an der HFW Schaffhausen tätig zu sein?
Lernen war schon immer meine Leidenschaft und andere zum Lernen zu inspirieren, ist Teil meines persönlichen Leitbilds. Ich arbeite gerne mit Menschen, die etwas bewegen und sich weiterentwickeln wollen. An der HFW treffen unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Branchen aufeinander. Genau daraus entsteht spannendes Lernen. Es motiviert mich, Praxiserfahrungen weiterzugeben und gemeinsam mit den Studierenden neue Perspektiven auf Führung zu entwickeln.
Viele Menschen machen sich Gedanken darüber, was eine «perfekte» Führungsperson ausmacht. Was macht eine gute Führungskraft deiner Meinung nach aus?
Perfekte Führungskräfte gibt es nicht und das ist gut so. Für mich sind gute Führungskräfte authentisch, lernbereit und schaffen Orientierung. Sie kennen ihre Stärken, sind sich ihrer Wirkung bewusst und schaffen Vertrauen. Denn nur dort, wo Fehler als Chance zum Lernen gesehen werden, können Menschen wachsen und ihr Potenzial entfalten. Führung bedeutet für mich nicht, alles zu wissen, sondern gemeinsam erfolgreich zu sein.
Was würdest du Studierenden auf die Frage antworten, wie sie ihre Führungsstärke verbessern können?
Führung beginnt mit Selbstführung. Wer sich selbst gut kennt, mit Feedback umgehen kann und bereit ist, kontinuierlich zu lernen, hat bereits eine starke Basis. Mein Rat: Verantwortung übernehmen, neugierig bleiben und Menschen wirklich zuhören. Führungsstärke entwickelt sich nicht über Nacht, sondern durch Erfahrungen, Selbstreflexion und den Mut, Neues auszuprobieren.
Warum dieses Bild?
«I carry my own weather.» Dieser Satz beschreibt meine Haltung: Rahmenbedingungen sind nicht immer ideal. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen. Ob in den Bergen oder in der Führung: Vertrauen, Lernbereitschaft und ein klarer Fokus helfen, auch bei Gegenwind voranzukommen.